PRESSEMITTEILUNG

M+E-Industrie: Dritter Krisenmonat in Folge – Lage unverändert angespannt

Zu den heute veröffentlichten Zahlen des Statistischen Landesamts zur Industrie erklärte SACHSENMETALL-Präsident Dr. Jörg Brückner:

Die wirtschaftliche Situation der Unternehmen in der Metall- und Elektroindustrie (M+E), dem wichtigsten Industriezweig im Freistaat, ist unverändert angespannt und extrem schwierig. Beim Auftragseingang hatten wir im März ein Minus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im April ging es weiter bergab auf minus knapp 50 Prozent. Auch der Mai mit minus 33 Prozent ist nicht viel besser als der April und noch schlechter als der schon miserable März. Besonders dramatisch sind die Zahlen für die systemrelevante Automobilindustrie, die einen Einbruch von fast der Hälfte an Umsatz und Aufträgen hat. Das bedeutet deutlich weniger Arbeit in den Betrieben, weniger Erlöse und weniger Steuern. Erstmals seit der Finanzkrise schrumpft die Stammbelegschaft. Vom „Normalbetrieb“ sind wir nach wie vor weit entfernt. Dabei bleiben fehlende Aufträge und damit nachlassende Liquidität die größten Probleme der Unternehmen. Das alles sehen wir mit großer Sorge. Schließlich geht es hier um den industriellen Kern unserer Wirtschaft. Unsere Schlüsselindustrie ist gefährdet und damit die Basis unseres Wohlstands.

Aus der unverschuldeten Krise müssen sich die Unternehmen selbst herausarbeiten, aber die Politik kann diesen Prozess mit den richtigen Maßnahmen begleiten. Damit möglichst viele bisher gesunde Unternehmen am Markt bleiben und wieder vorwärts kommen können. Dabei kann der Staat nicht alle und alles unterstützen. Im Fokus sollten die Finanzierung der Wiederaufnahme der einzelbetrieblichen FuE-Projektförderung und die Fortsetzung der KMU-Programme im Rahmen der Technologieförderung stehen. Damit unterstützen wir die aufgrund politischer Entscheidungen erforderliche Neuausrichtung unserer Wirtschaft, insbesondere der kleinen und mittelgroßen Firmen.

Noch wichtiger sind der Situation angemessene Maßnahmen des Staates, um die Belastungen der Wirtschaft und der Leistungsträger zu begrenzen und maßvoll zu reduzieren. Zusätzliche Belastungen und neue Regulierungen müssen viel stringenter hinterfragt werden und nicht einfach durchgewinkt werden. Von der Politik erwarten wir strikte Sparsamkeit. Dafür sind alle Ausgabenpositionen auf den Prüfstand zu stellen.“

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